
Gert von Bülow gestaltete erste Veranstaltung einer Konzertreihe auf Schloss Daschow
Das "Grandios" der begeisterten Zuhörer klingt den Mitarbeitern auf Schloss Daschow noch heute im Ohr, nachdem Professor Gert von Bülow mit Musikstudenten der Hochschule in Rostock am Sonnabend zu Beginn einer Konzertreihe dort gastierte. Vor dem Auftritt war Gelegenheit für ein Gespräch mit dem Meister für Violoncello/Barockcello.
Zwar war es nicht das erste Konzert, das Musikstudenten in dem sanierten Gutshaus gestalteten, doch Schlossherr Dr. Michael Beck freute sich an diesem Wochenende ganz besonders über den Besuch junger Künstler. Denn zum einen war es ihm gelungen, sehr gut ausgebildete Studenten der Hochschule für Musik und Theater in Rostock für eine ganze Konzertreihe zu engagieren. Zunächst haben wir vier Veranstaltungen geplant", berichtete Dr. Beck. Zum anderen reiste am vergangenen Sonnabend sogar der Meister seines Fachs, Professor Gert von Bülow, an. "Das neue Semester hat erst vor kurzem begonnen, da möchte ich die Studenten unter anderem durch meine Moderation unterstützen", erklärte Gert von Bülow ganz bescheiden sein Kommen. Außergewöhnlich sei solch ein Auftritt allerdings nicht, so der berühmte Musiker. Er selbst gäbe neben seiner Arbeit an der Hochschule nach wie vor zahlreiche Konzerte. "Das ist ein wichtiger Prozess, um seine Erfahrungen an die Studenten weitergeben zu können", meinte der Professor.
Für die angehenden Musikprofis sei die Vorspiel-Möglichkeit ebenfalls ein wichtiger Aspekt innerhalb ihrer Ausbildung. "Das ist die beste Methode, um zu lernen, sich in fremden Räumen akustisch und praktisch zu orientieren", erläuterte von Bülow. Er selbst zeigte sich gespannt auf das Konzert und den Ort Daschow. "Während meiner Zeit als freier Künstler habe ich viele Spazierfahrten unternommen und bin sicherlich auch durch die Region gekommen. Dennoch freue ich mich riesig", meinte der Cellist im Vorfeld. In Güstrow und Ueckermünde beispielsweise sei er in der Vergangenheit auf ein sehr lebendiges Publikum getroffen. "Man muss sich aber auch daf?r engagieren. Nur auf die Bühne zu gehen, zu spielen und die Bühne wieder zu verlassen, reicht heute nicht aus. Konzerte müssen moderiert werden, den Gästen muss das Instrument erklärt werden und das, was gespielt wird", sagte der gebürtige Däne, der nach eigenen Aussagen 1992 als freischaffender Musiker nach Deutschland zog, weil er hier mehr Angebote bekam.
Als Professor heute sehe er seine Aufgabe auch darin, das Kulturleben zu unterstützen und "besondere Konzerte mit Studenten zu machen". Schlösser bzw. alte Gutshäuser seien hervorragende Stätten für Veranstaltungen dieser Art. Nach dem Auftakt am Sonnabend jedenfalls soll das Publikum weitere Male mit grandiosen Auftritten begeistert werden. Das erste "Konzert der besonderen Art" auf Schloss Daschow wurde unterstützt von der Volks- und Raiffeisenbank eG.
Text: Daniela Wittenbecher